Faszination Archäologie - Mystische Routen rund um die Steinzeit
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Großsteingrab "Am Schießstand" **
Dötlingen, Gemeinde Dötlingen

Erlebnisroutenstation Nr. 9

Parkmöglichkeiten

Parkmöglichkeit: Am Straßenrand (ca. 5 m)





Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentl. Verkehrsmittel: Weser-Ems-Bus, Linie 270 (Wildeshausen - Oldenburg), Station „Post“;
Nordwestbahn Bremen - Osnabrück, Bhf. Brettorf (ca. 7 km)
Zugang für Rollstuhlfahrer

Rollstuhleignung: gut

Gastronomie

Gastronomie: zahlreiche gastronomische Betriebe im Ortskern Dötlingens (ca. 0,5 km)

Kein anderes Großsteingrab der Wildeshauser Geest liegt derart zentral - beinahe zu zentral, nämlich im Vorgartenbereich einer Siedlung... Angesichts des Namens fühlte sich schon mancher irritiert ein Großsteingrab als Schießstand oder gar umgekehrt?

Großsteingrab Am Schießstand

Großsteingrab "Am Schießstand"
Grabfund: Bernsteinkette

Grabfund: Bernsteinkette
(Landesmuseum für Natur und Mensch)

Anfahrt:

Radfahrer und Radfahrerinnen: Das Großsteingrab "Schießstand" ist in die Routen 3 und 4 der archäologischen Erlebnisrouten "Faszination Archäologie" eingebunden. Unsere als pdf-Dokumente erhältlichen ausführlichen Routenbeschreibungen führen Sie unmittelbar zum Großsteingrab. Sollten Sie mit dem PKW anreisen, fahren Sie bitte von Wildeshausen auf der L 872 Richtung Dötlingen, folgen dann der weiteren Ausschilderung nach Dötlingen. Ab der Dötlinger Ortsmitte folgen Sie bitte der Ausschilderung zum Großsteingrab.

Grabgeschichte(n): Zwölf Zentner Scherben

Seit dem Mittelalter war das Ost-West ausgerichtete Ganggrab Opfer von Grabraub und wiederholten Zerstörungsversuchen. So munkelt man, die Dötlinger Kirche St. Firminus sei unter Verwendung dort „entliehenen“ Steinmaterials erbaut worden. Der massivsten Attacke allerdings war das Großsteingrab im frühen 20. Jahrhundert ausgesetzt. Damals fasste der hiesige Schützenverein den heute verwunderlich anmutenden Entschluss, eine Schießbahn quer durch das östliche Drittel des Grabes zu ziehen. Rigoros wurden viele Steine entfernt.

1958 folgten intensive archäologische Untersuchungen. Man barg eine äußerst beachtliche Menge Tonscherben, und zwar konkret 12 Zentner!!! Außerdem stieß man auf einhundert kleine Feuersteingeräte und die bekannte Bernsteinkette. Dank der akribischen Grabungsarbeiten erhielt man – quasi ganz nebenbei - detaillierten Einblick in die Erbauungstechniken jungsteinzeitlicher Baumeister: Sie ließen die Tragsteine des insgesamt 18,5 m langen und 1,80 bis 3 m breiten Grabes unterschiedlich tief in den Boden ein, um oberhalb des Bodenniveaus eine einheitliche Höhe zu gewinnen. Schließlich sollte eine ebene Lagerung der Decksteine gewährleistet sein. Im Anschluss wurden die Zwickel zwischen den Tragsteinen mit Trockenmauerwerk aus Granitplatten gefüllt und die Kammer sorgfältig mit Feldsteinen gepflastert. Im westlichen Teil des Grabes ist diese Pflasterung bis heute sehr gut erhalten.

Erhaltungszustand:

Heute finden Sie das Grab in einem teilrekonstruiertem Zustand vor. Die stützenden Holzpfähle und Betonelemente entsprechen den Rekonstruktionsvorstellungen der 1950er Jahre. Gestalterisch differenziert zwischen Originalzustand und nachträglichen "Beigaben" wurde damals nicht: Von der nördlichen Langseite sind sieben (drei davon in Originallage), von der südlichen sechs Tragsteine (allesamt in entstehungszeitlicher Position) sichtbar. Zwei Decksteine liegen auf, die übrigen fehlen.

Grundriss, Zustand vor der Rekonstruktion

Großsteingrab "Am Schießstand"
Grundriss, Zustand vor der Rekonstruktion
(nach Ernst Sprockhoff, Atlas der Megalithgräber Deutschlands. 1975, Bd. 3, Großsteingrab Nr. 944)

Rekonstruierter Grundriss nach Paetzold 1968

Rekonstruierter Grundriss nach Paetzold 1968
(aus: Archäologische Denkmäler zwischen Weser und Ems. 2000)

Besuchen Sie auch folgende archäologische Sehenswürdigkeiten in der Nähe:

Großsteingrab "Glaner Braut"
(ca. 2 km, über den Huntepadd bequem zu erreichen)

Schalenstein "Hexenstein" bei Neerstedt (ca. 5 km)

Großsteingrab "Egypten" (ca. 3 km)