Faszination Archäologie - Mystische Routen rund um die Steinzeit
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Klosterruine Hude/Museum Kloster Hude***
Hude

Erlebnisroutenstation Nr. 39

Parkmöglichkeiten

Parkmöglichkeit: Parkplatz (wenige Meter entfernt)

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentl. Verkehrsmittel: DB, Oldenburg – Bremen, Bhf. Hude (ca. 2,5 km)
Zugang für Rollstuhlfahrer

Rollstuhleignung: auf dem Gelände der Klosterruine bedingt, sonst gut
Gastronomie

Gastronomie/Hotellerie: direkt vor Ort - Klosterschänke (ehemalige Klosterbrauerei)

Die altehrwürdige mittelalterliche Klosterruine zeichnet sich durch zwei auffällige Parallelen zu den jungsteinzeitlichen Großsteingräbern aus: Auch sie war ein Lieblingsmotiv von Malern und Graphikern der Romantik und auch sie zählt noch heute zu den begehrtesten Sehenswürdigkeiten der Region. Eingebettet in einen schönen Landschaftsgarten und flankiert von vielen erhaltenen Klostergebäuden kommen Liebhaber und Liebhaberinnen mittelalterlicher Monumentalarchitektur hier vollends auf ihre Kosten. Sehenswert ist zudem das integrierte Museum Kloster Hude (Öffnungszeiten: Mai-Sept. Sa und So, 15.00-17.00 Uhr und n. Vereinb.), in dem u.a. ein Modell des Klosters präsentiert wird.

Klosterruine Hude

Klosterruine Hude

Von „ora et labora“ zur Reformation: Aufstieg und Fall einer Ordensgemeinschaft

1232 gegründet, avancierte das „Portus Sancte Marie“ (Hafen der Hl. Maria) genannte Zisterzienserkloster in Hude rasch zum geistigen, wirtschaftlichen und politischen Mittelpunkt des östlichen Teils der Grafschaft Oldenburg. Die Klosterkirche diente zwischen 1251 und 1450 als Grablege der Oldenburger Grafen. Über die Jahrhunderte hatte die Klostergemeinschaft enorme Reichtümer angesammelt. Selbst der wohlbetuchten Stadt Bremen konnte sie Darlehen gewähren.

Die Reformation bereitete dieser Blüte ein jähes Ende: Schon Mitte des 15. Jh. war der inzwischen sehr ausschweifende Lebensstil der Huder Mönche ins Visier des Generalkapitels der Zisterzienser geraten. Die genussfreudigen Herren amüsierten sich mit Konkubinen, hatten so manches Kind gezeugt. Im Zuge der Reformation wurde die Auflösung des Klosters beschleunigt. 1536 verließen die letzten Mönche den Konvent. Nunmehr dienten die ehrwürdigen Bauten als Steinbruch. 1687 gelangte das Anwesen mit Ausnahme der Torkapelle in den Besitz der Familie von Witzleben. Sie stoppten den zunehmenden Verfall, erklärten das ehemalige Abthaus zum Gutshaus der Familie.

Inspirationsquelle der Romantik

Der Ruinenkult der Romantik, die Freude am schauerlich Erhabenen und die Suche nach Symbolen von Vergänglichkeit und Nation führten zu einer Wiederentdeckung der Ruine im ausgehenden 18. Jh. Maler, Graphiker und Schriftsteller umschwärmten die mittelalterliche Anlage und ließen sie weit über das Oldenburger Land hinaus bekannt werden. Das umliegende Terrain wurde zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet - zu einem der frühesten und weitläufigsten der Region.

Radierung von D. Chodowiecki (1794)

Radierung von D. Chodowiecki (1794)
Stich von C. Hardegen (1867)

Stich von C. Hardegen (1867)

Eine Architektur nach Plan für ein Leben nach Plan

Allen Zisterzienserklöstern liegt ein einheitlicher, streng zwischen den internen Hierarchien trennender Bauplan zu Grunde. Er sollte die mühelose Umsetzung der eisernen, Tag und Nacht reglementierenden Ordensregeln garantieren. Gleichwohl gab es auch in Hude wahrscheinlich geringfügige Abweichungen vom Idealplan, die vor allem im Bereich von Querhaus und Kreuzgang vermutet werden.

Die backsteinernen Klostergebäude wurden zwischen der zweiten Hälfte des 13. Jh. und etwa 1330 errichtet. Die im eigenen Betrieb gefertigten Ziegel galten als besonders vorbildlich und beeinflussten zahlreiche Backsteinbauten des gesamten niederdeutschen Raums.

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Kloster Hude, Lageplan nach G. Sello (1843)

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