Faszination Archäologie - Mystische Routen rund um die Steinzeit
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Hügelgräberfeld bei Einen**
Goldenstedt-Einen, Gemeinde Goldenstedt

Erlebnisroutenstation Nr. 24

Parkmöglichkeiten

Parkmöglichkeit: Wegrand (ca. 500 m)

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentl. Verkehrsmittel: Nordwestbahn Bremen – Osnabrück, Bhf. Goldenstedt (ca. 8 km)
Zugang für Rollstuhlfahrer

Rollstuhleignung: sehr bedingt (Forstschneise kaum passierbar)
Gastronomie

Gastronomie: Einen (ca. 2 km)

Sehr empfehlenswert für alle Hügelgräberfans! Dieses Gräberfeld liegt nicht nur besonders schön, sondern verfügt auch über ein vielfältiges, gut sichtbares Hügelsystem.

Großsteingrab bei Einen

Großsteingrab bei Einen

Hügelgräberfeld bei Einen

Anfahrt:

Radfahrer und Radfahrerinnen: Das Hügelgräberfeld ist in die Route 7 der archäologischen Erlebnisrouten „Faszination Archäologie“ eingebunden. Unsere als pdf-Dokumente erhältlichen ausführlichen Routenbeschreibungen führen Sie unmittelbar zu dem Gräberfeld.
Sollten Sie mit dem PKW anreisen, fahren Sie bitte auf der K 248 von Wildeshausen Richtung Denghausen/Einen. Hinter Denghausen fahren Sie bitte weiter Richtung Einen und folgen nach ca. 500 m der Ausschilderung.

Grabgeschichte(n): Die verborgenen Sphären eines Hügelgrabes

In einem lichten Waldstück, südlich des Denghauser Mühlenbaches gelegen, treffen Sie auf das bronze-/eisenzeitliche Hügelgräberfeld bei Einen. Ein Gräberfeld, dessen eng beieinander gereihte Hügel durch eine ausgeprägte Varianzbreite imponieren: Einige der rund 50 erhaltenen Hügel sind bei einer Höhe von knapp 30 cm und einem Durchmesser von rund 7 m kaum zu erkennen. Andere trumpfen mit einer Höhe von mehr als 2 m und einem Durchmesser von bis zu 20 m auf. Dazwischen verteilt liegen – insbesondere südlich des Gräberfeldes - so genannte Langwälle, wie sie in ähnlicher Form auch beim Pestruper Gräberfeld ausgebildet wurden.

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Hügelgräberfeld Einen, Lageplan
(Pätzold, J.: Zur zeitlichen Einordnung hochackerähnlicher Wälle in Grabhügelfeldern.
In: Die Kunde NF 1958; aus: Archäologische Denkmäler zwischen Weser und Ems. Oldenburg 2000)

Diese Langwälle lenkten das besondere Interesse der Forschung auf sich. Warum wurden sie angelegt und in welchem Verhältnis standen sie zu den kreisrunden Hügelgräbern? 1958 schickte man sich an, diesen Fragen intensiv nachzugehen. Man untersuchte eines der an die Langhügel grenzenden Gräber detailliert. Zunächst stieß man auf die nur kläglich verbrannten Reste eines mit einem etwa 1,20 hohen Erdhügel überschütteten Scheiterhaufens aus Eichenholz - und auf Leichenbrand. Darunter barg man wiederum Leichenbrand. Zugleich erblickte man Grabbeigaben: zunächst winzige Eisenkrampen, die ehemals zu einem Schild gehört haben dürften und schließlich ein zartes Bronzeblech, - vermutlich die Überreste eines Rasiermessers. Interessanterweise wurde der Grabhügel im oberen Bereich für eine Zweitbestattung – wahrscheinlich eine Urnenbestattung - genutzt. Doch damit hatte der etwa im 6. Jahrhundert vor Chr. angelegte Grabhügel keineswegs seine Schuldigkeit getan. Um das 5. Jahrhundert v. Chr. wurde er erweitert und erhöht. Zwei weitere Urnenbestattungen und ein Knochenlager (jeweils ohne Grabbeigaben) sowie eine Urnenbestattung mit Grabbeigaben (Draht- und Kettchenschmuck) folgten.

Welche Rückschlüsse aber ließ die rekonstruierte Entstehungsgeschichte des Hügelgrabes auf die Entstehung des benachbarten Langwalles zu? Da der Langwall vor der Hügelerweiterung – und zwar direkt an den ursprünglichen Grabhügel grenzend - angeschüttet worden war, interpretierte der damalige Grabungsleiter J. Pätzold den hochackerähnlichen Langwall im Kontext urgeschichtlichen Totenkults.

Besuchen Sie auch folgende archäologische Sehenswürdigkeiten in der Nähe:

„Sonnenstein“ in Beckstedt (ca. 3,5 km)

Pestruper Gräberfeld (ca. 7 km)

Großsteingräber „Reckumer Steine“ (ca. 7,5 km)

Großsteingräber „Große Steine“ bei Kleinenkneten (ca. 8,5 km)

Burgwall Arkeburg (ca. 10 km)