Faszination Archäologie - Mystische Routen rund um die Steinzeit
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Großsteingrab "Visbeker Bräutigam"***
Großsteingräber II-V*/ **
bei Engelmannsbäke, Gemeinde Großenkneten

Erlebnisroutenstation Nr. 30

Großsteingrab II („Brautwagen“) **

Keine Hochzeit ohne Brautwagen: So war man in früheren Zeiten der felsenfesten Überzeugung, bei diesem bloß wenige Meter südöstlich des „Bräutigams“ positionierten Großsteingrab müsse es sich zwingend um den versteinerten Brautwagen handeln.

Unmittelbar vom „Bräutigam“ kommend, wird Ihnen der „Brautwagen“ möglicherweise geradezu zierlich erscheinen. Dieser Eindruck ist dem Umstand geschuldet, dass die beiden Gräber verschiedenen Grabtypen zuzurechnen sind. Dabei weisen die „Herzstücke“ der beiden Gräber, die Grabkammern, eigentlich nur geringe Größenunterschiede auf. Beim „Brautwagen“ verzichteten die jungsteinzeitlichen Baumeister jedoch auf eine monumental-repräsentative Umfassung der Kammer.

Brautwagen

„Brautwagen“

Erhaltungszustand:

Auch der „Brautwagen“ glänzt durch seinen exzellenten Erhaltungszustand: Noch in den Resten des Hügels steckend, werden die Langseiten aus neun Tragsteinen gebildet. Zusammen mit den Abschlusssteinen stützen sie die vier überschweren Decksteine. Alle Megalithen des NO-SW ausgerichteten Grabes sind in Originallage verblieben.

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„Brautwagen“
Links: Grundriss, Zustand z. Zeitpunkt der Bestandsaufnahme
Rechts: Schnitt
(nach Ernst Sprockhoff, Atlas der Megalithgräber Deutschlands. 1975, Bd. 3, Großsteingrab Nr. 938)

Nur wenige Meter entfernt finden Sie drei weitere jungsteinzeitliche Großsteingräber. Zwar sah der Volksmund für sie (...) keine phantasievollen Namen vor, doch sind auch sie durchaus sehenswert. (Die nachfolgende Nummerierung bezieht sich auf den von Ernst Sprockhoff zusammengetragenen Atlas der Megalithgräber).

Großsteingrab III **

Dieses so genannten „Ganggrab“, d.h. mit einem gangförmigem Zugang versehene Grab, veranschaulicht einmal mehr die dichte Typenvielfalt der Großsteingräber bei Engelmannsbäke.

Großsteingrab III

Großsteingrab III

Während der „Bräutigam“ bekanntlich eine vergleichsweise kurze Kammer (10 m) ohne Gang, dafür aber eine überaus großzügig bemessene Einfassung aufweist, können Sie beim Gr0ßsteingrab III eine deutlich längere Kammer (24 m) besichtigen. Im Gegensatz zum „Bräutigam“ grenzen hier die auf ovalem Grundriss angeordneten Umfassungssteine unmittelbar an die Kammer.

Einer über die Jahrhunderte veränderten mittelalterlichen Kirche vergleichbar, gewähren die überlieferten Megalithen dieses jungsteinzeitlichen Bauwerks aufschlussreichen Einblick in die Entstehungsgeschichte: Zuerst entstand eine kleine, nach Nordwesten ausgerichtete Grabkammer. Doch gab man sich mit ihr offensichtlich nicht allzu lange zufrieden: In einem zweiten Bauabschnitt wurde nämlich die bisherige Umwallung zerstört und stattdessen eine größere Kammer mit Gang und ovaler Einfassung konzipiert. Nur weil man im nordwestlichen Teil einige Fragmente der ersten Kammer beließ, fallen die nachträglichen Umgestaltungsmaßnahmen noch heute anhand eines deutlichen Knicks in der Kammerlängsachse sofort ins Auge.

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Großsteingrab III
Oben: rekonstruierter Grundriss
Mitte: Grundriss, Zustand z. Zeitpunkt der Bestandsaufnahme
Unten: Schnitt
(nach Ernst Sprockhoff, Atlas der Megalithgräber Deutschlands. 1975, Bd. 3, Großsteingrab Nr. 934)

Erhaltungszustand:

Von der Einfassung fehlt inzwischen die gesamte nordwestliche Langseite, dennoch deuten die erhaltenen Steine der gegenüberliegenden Seiten den entstehungszeitlichen Umwallungs-Verlauf merklich an. Die Kammer selbst ist lückenhaft, aber in ihrer ursprünglichen Form gut erkennbar überliefert. Zwei ihrer Decksteine befinden sich in Originallage, drei weitere sind in die Kammer gestürzt.

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