Faszination Archäologie - Mystische Routen rund um die Steinzeit
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„Bargloyer Steinkiste“**
bei Bargloy, Stadt Wildeshausen

Erlebnisroutenstation Nr. 47

Parkmöglichkeiten

Parkmöglichkeit: Wendehammer (ca. 150 m)




Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentl. Verkehrsmittel: Weser-Ems-Bus, Linie 264 (Wildeshausen – Visbek), Haltestelle „Am Spascher Sand“
Nordwestbahn Bremen – Osnabrück, Bhf. Wildeshausen (ca. 3 km)
Zugang für Rollstuhlfahrer

Rollstuhleignung: nein (Grab liegt auf nicht passierbarer Anhöhe)
Gastronomie

Gastronomie: Wildeshausen (ca. 3 km)

Klein, aber fein: Die so genannte „Bargloyer Steinkiste“ bildet eine absolute Rarität innerhalb der hiesigen Breitengrade – ein ausdrückliches Muss für Archäologie-Fans!

Bargloyer Steinkiste

Bargloyer Steinkiste
Detailansicht des Decksteins

Detailansicht des Decksteins,
Blick auf die „Schälchen“

Anfahrt

Radfahrer und Radfahrerinnen: Die „Bargloyer Steinkiste“ ist in die Routen 7 und 8 der archäologischen Erlebnisrouten „Faszination Archäologie“ eingebunden. Unsere als pdf-Dokumente erhältlichen ausführlichen Routenbeschreibungen führen Sie unmittelbar zur Steinkiste.
Sollten Sie mit dem PKW anreisen, fahren Sie bitte von Wildeshausen auf der B 213 Richtung Ahlhorn und biegen dann nach ca. 2 km links ab Richtung Bargloy. Ab hier ist das Kulturdenkmal ausgeschildert.

Grabgeschichte(n): Einsam zur letzten Ruhe

Wer glaubt, bei diesem, kaum mehr als 2 x 1,5 m messenden, auf einer Anhöhe gelegenen Grab handele es sich um eine Art Großsteingrab „en miniature“, irrt gewaltig: In der Tat wurde auch dieses, für Nordwestdeutschland höchstaußergewöhnliche Grab aus großen Steinen errichtet und anschließend von einem Erdhügel überwölbt. Um ein Großsteingrab im klassischen Sinne handelt es sich trotzdem nicht: Die Steinkiste ist deutlich später entstanden – und zwar in der Bronzezeit, etwa um 1800 –1600 v. Chr.. Außerdem wurden hier im Gegensatz zu den jungsteinzeitlichen Großsteingräbern keine Gruppenbestattungen vorgenommen. Vielmehr war das Grab einer Einzelperson vergönnt.

Bei oberflächlicher Betrachtung mögen die im Vergleich zum „Visbeker Bräutigam“ (30) ausgesprochen bescheiden anmutenden Ausmaße über die eminente archäologische Bedeutung der „Bargloyer Steinkiste“ hinwegtäuschen. Wahrhaftig aber erregte dieses Einzelgrab schon frühzeitig das Interesse aufmerksamer Beobachter. So veranlasste Pastor G.W.A. Oldenburg bereits im Jahre 1820 Grabungen, um endgültig Aufschluss über die geheimnisumwobene Funktion dieser Steinkiste zu erhalten. Bergen konnte man ein bronzenes Kurzschwert vom so genannten „Typ Sögel“, einen Bronzearmring, eine Bronzenadel und neun herzförmige Pfeilspitzen aus Feuerstein (heute im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg). Die Funde veranlassten Forscher zu dem Schluss, dass es sich bei der Grabstätte um eine bronzezeitliche Männerbestattung handeln muss.

Grabfunde der Bargloyer Steinkiste

Grabfunde der Bargloyer Steinkiste
(Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg)

Über die Funktion der mehr als 20 so genannten „Schälchen“, d.h. der schalenförmigen Einkerbungen auf dem Deckstein hingegen rätselt die Forschung bis heute (s. hierzu auch den „Hexenstein“).

Besuchen Sie auch folgende archäologische Sehenswürdigkeiten in der Nähe:

Großsteingrab „Hohe Steine“ bei Wildeshausen (ca. 2 km)

Pestruper Gräberfeld (ca. 5,5 km)

„Große Steine“ bei Kleinenkneten (ca. 6 km)

Großsteingrab „Visbeker Braut“ (ca. 7,5 km)

„Große Steine“ bei Thölstedt (ca. 7,5 km)